Jugendherberge Hildesheim

Das Auswahlseminar

Für alle Neugierigen, die überlegen, sich bei der Caritas zu bewerben und etwas aufgeregt wegen des Auswahlwochenendes sind, möchte ich hier einen kleinen Bericht abstatten. Das Wochenende ist jetzt schon acht Monate her (die Zeit vergeht!), aber ich versuche, mich an möglichst viel zu erinnern.

 

Die Unterkunft

Das Auswahlwochenende findet in einer Jugendherberge in Hildesheim statt. Diese liegt auf einem Berg, von Feldern umgeben. Für eine Jugendherberge ist es echt “luxuriös” da! Die Matratzen sind meiner Erinnerung nach recht weich und es gibt richtige Bettwäsche. Zudem gibt es Duschkabinen, in die man nicht reingucken kann. Das Essen war auch ganz gut, glaube ich.

Im Garten steht ein kleines Holzhaus, das echt gemütlich und schön warm ist, wenn ein Feuer angemacht wird.

Die Bewerber werden in 6er-Zimmer zufällig verteilt. Diese Zimmer stellen meistens auch eine Gruppe dar, die von einer bestimmten Person betreut wird (dazu später mehr).

Alles in allem ist die Unterkunft also ziemlich schön. :)

 

Was macht man auf dem Auswahlseminar?

Morgens gibt es immer eine Andacht, bei der unter anderem gesungen und gebetet wird. Gesungen und gebetet (besonders vor und nach dem Essen) wird sowieso sehr viel auf dem Auswahlwochenende. Schließlich soll es ja nach Tansania gehen. ;)

Die Freiwilligen werden in Kleingruppen aufgeteilt (meist zimmerweise), die jeweils von Mitarbeitern des Projektes geleitet werden. Dort werden verschiedenste Dinge getan. Zum einen wird viel geredet. Schließlich wollen die Mitarbeiter die Freiwilligen kennen lernen und entscheiden, ob diese geeignet sind für das Projekt. Zum anderen gibt es kleine “Spiele”, bei denen man sich bestimmte positive und negative Eigenschaften zuordnen muss oder Dinge aufzählen muss, die einem wichtig sind. Solcherlei Aktivitäten gibt es viele, aber ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern.
An einem Tag wird auch ein großes Spiel gespielt, bei dem die Freiwilligen beweisen müssen, dass sie auf Menschen zugehen können. Dazu wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe (in der ich war) bekam einen Apfel und musste ihn mit einem Passanten in der Stadt gegen etwas anderes tauschen. Dieses ertauschte Objekt kann dann weitergetauscht werden usw. Wir haben alle lustige Erfahrungen gemacht und viel Spaß gehabt! Ich hatte am Ende nach einiger Tauscherei das Glück ertauscht (einen Glückskeks). Diesen habe ich dann gegessen, als ich meine Zusage erhielt. :D
Die anderen mussten Interviews über Freiwilligendienste mit den Passanten führen.

Grundsätzlich ist alles sehr locker. Die Mitarbeiter sind super nett und man kann sich gut mit ihnen unterhalten! Auch meine Mitfreiwilligen waren und sind alle sehr nett! Die ganze Atmosphäre war sehr entspannt und harmonisch, da sich natürlich jeder von seiner besten Seite zeigt (so, wie er eigentlich immer sein sollte!). Aber auch nach dem Vorbereitungsseminar sind die Leute meiner Gruppe noch super nett und harmonisch! ;)

Man braucht also wirklich keine Angst vor dem Wochenende zu haben! Es macht viel Spaß! Auch die Bewerbungsgespräche sind super locker.

 

Wie sehen die Bewerbungsgespräche aus?

Ich kann natürlich nur für unser Jahr sprechen, aber unsere Bewerbungsgespräche waren echt super entspannt. Da die Mitarbeiter uns ja schon in den Kleingruppen kennen gelernt hatten, wurden uns keine Fragen mehr gestellt wie “Wo liegen deine Stärken und Schwächen?”. Vielmehr wurde gefragt: “Kannst du dir vorstellen, ein Jahr lang nur Röcke zu tragen/ekliges Fleisch zu essen/jeden Tag in die Kirche zu gehen/…?”. Außerdem wird man nach den Präferenzen zur Einsatzstelle gefragt (Krankenhaus, Behindertenheim, Schule, Kinderheim etc.) und ob man lieber alleine oder zu zweit in eine Einsatzstelle möchte. Die Caritas kann so zum einen sehen, ob sie sich vorstellen kann, dass der/die Freiwillige wirklich ein Jahr aushält, und möchte ihm oder ihr mit den Wünschen entgegen kommen. Natürlich klappt es nicht immer, dass alles erfüllt wird (ich wollte zum Beispiel lieber zu zweit in eine Einsatzstelle und vor allem nicht in eine Schule – beides hat nicht geklappt :D).

Auch vor den Gesprächen braucht man also keine Angst zu haben!

 

Wann bin ich geeignet?

Ja, diese Frage stellt sich wohl unvermeidlich jeder. Natürlich habe auch ich sie mir gestellt. Für die Caritas bist du dann geeignet, wenn du du selbst bist! Wirklich. Das sind keine leeren Worte. Es bringt weder der Caritas, noch dir etwas, wenn du dich verstellst. Schließlich willst du in deinem Jahr in Tansania doch nicht unglücklich sein, oder?

Ich denke, eine grundsätzliche Voraussetzung für ein Jahr in Tansania ist es, ein guter Mensch zu sein. Freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit wird man immer gut durchs Leben kommen. Man muss Arbeit sehen können und immer gucken, ob man vielleicht noch jemanden glücklich machen könnte (nicht zuletzt natürlich auch sich selbst!). Außerdem sollte man eine gute Portion Optimismus haben. In meinem Auslandsjahr in England habe ich gelernt, dass es Tage oder auch Woche gibt, in denen man einfach nur nach Hause will und den ganzen Tag im Bett liegen und in sein Kissen heulen könnte. Dabei darf man aber nicht vergessen, das Gute zu sehen und zu suchen! Denn rumliegen und heulen macht es wirklich nicht besser.

Wenn du für das Auswahlwochenende eingeladen bist, heißt das schon, dass die Caritas interessiert an dir ist, und dass du geeignet bist. Was die Caritas auf dem Wochenende sucht, ist eine Gruppe, die gut zusammenpasst und harmoniert. Solltest du also eine Absage bekommen, heißt das nicht, dass die Caritas dich nicht mag oder dass du schlecht bist, sondern einfach, dass zu zufälligerweise nicht ganz in die Gruppe passt. Oft fällt die Entscheidung auch sehr schwer, vielleicht wird ausgelost, also nimm es nicht persönlich, wenn du eine Absage erhälst. :)

 

Die Zusagen und Absagen

Zu- oder Absagen kamen bei uns schon ziemlich schnell; nach einer oder zwei Wochen, wenn ich mich recht entsinne. Ich glaube der Bescheid über die Einsatzstelle kam zusammen mit der Zusage, es kann aber auch sein, dass er etwas später kam.

 

Fazit

Das Auswahlwochenende ist wirklich spaßig und spannend! Man sollte versuchen, sich zu entspannen, es zu genießen und sich keinen Druck zu machen, denn der ist wirklich unbegründet. Man kann gar nichts falsch machen, denn ob man in die Gruppe passt oder nicht, entscheidet sich nur, wenn man man selbst ist!

Und was denkst du dazu?