Die Facebook-Nominierungen oder: ein weiterer bescheuerter Trend

Es gibt ja heutzutage viele Trends, die das Internet überfluten. Besonders die sozialen Netzwerke sind als Plattform für neue Trends ein gefundenes Fressen, da diese durch die Vernetzung vieler Menschen sehr schnell verbreiten werden.

Die aktuellste Skurrilität, die bereits einen eigenen Beitrag bei Wikipedia hat, stellt mal wieder einen Tiefpunkt bezüglich der Nutzung sozialer Netzwerke war.

Das Prinzip bei diesem Trend, der NekNomination oder Bier-Nominierung heißt, ist dasselbe wie bei Kettenbriefen: Einer fängt an und setzt eine Nachricht in die Welt, die dann von der Person, für die diese Nachricht bestimmt ist, weitergeleitet werden muss.

Bei der NekNomination sieht das wie folgt aus: Eine Person veröffentlicht auf Facebook ein Video oder ein Bild von sich, das ein bestimmtes Thema hat. Ursprünglich ging es – wie nicht anders zu erwarten – um Alkohol bzw. um Bier, von dem man einen halben Liter in wenigen Sekunden trinken musste – oft genug mit fatalen Ausgängen. Es reicht wohl nicht mehr aus, mit Freunden die Flaschen zu leeren, nein, jetzt muss auch öffentlich der Rausch zelebriert werden.
Momentan scheinen auch Kinderfotos und Pferdefotos beliebt zu sein, aber prinzipiell eignet sich als Thema alles, was sich bildlich oder als Film festhalten lässt.

In seiner Nachricht markiert die Person dann drei Personen, die innerhalb einer bestimmten Zeit ebenfalls ein Bild bzw. Video von sich auf Facebook veröffentlichen müssen, ansonsten muss die markierte Person eine “Strafe” erledigen, die häufig lautet, dass er demjenigen, der ihn verlinkt hat, einen Kasten Bier schenkt.
Die markierte Person lädt dann – so er der Aufforderung Folge leistet – ein Bild/Video von sich hoch, “bedankt” sich für seine Nominierung, markiert wieder Leute und das ganze Schneeballsystem geht unendlich lange weiter.

Zum Glück bin ich entweder zu unbeliebt oder die Leute wissen, dass ich solchen idiotischen Trends nichts folge. Dabei frage ich mich nur: Warum machen andere mit? Schon mehrfach habe ich unter Bildern Kommentare gelesen wie: „Ich wusste es. Du hast mich ja schon vorgewarnt“, aber trotzdem lassen sich die Jugendlichen gerne darauf ein.

Warum fühlen sich so viele davon angesprochen? Warum kommen sie dieser militanten Aufforderung nach? Sind das die gleichen, die damals auch die vor Rechtschreibfehlern wimmelten Kettenbriefe verschickt haben? Denn um nichts anderes handelt es sich bei diesen „Nominierungen“ auch. Du wirst aufgefordert etwas zu tun, ansonsten wird dir etwas „Böses“ angedroht – damals der Tod irgendeiner Person. Heutzutage sind die „Strafen“ vergleichsweise harmlos. Selbst mildtätige Personen soll es geben, die solche Nominierungen nutzen, etwas zu spenden.

Trotzdem will ich doch bitte selbst entscheiden, ob ich ein Foto von mir veröffentliche, ob ich spende oder jemandem etwas schenke und nicht gezwungen werden, etwas zu tun; erst recht nicht öffentlich im Internet!

Mit welch einer Selbstverständlichkeit diese Forderungen gestellt werden! Hauptsache, billig an das gewünschte Bier zu bekommen, indem man darauf hofft, ein williges Mitglied ist mal nicht dauerhaft online bei Facebook und übersieht die Nominierung.

Und wenn man nicht mitmacht, ist man – wie bei so vielen anderen Dingen auch – eine Spaßbremse, ein ewiger Nörgler, „hobbylos“ und ein Außenseiter. Bedauerlicherweise habe ich bisher noch niemanden gesehen, der sich wirklich einmal kritisch mit diesem Thema auseinandersetzt und es auch akzeptiert, wenn man nicht teilnimmt.

Und was denkst du dazu?