Ulrike Bliefert: “Lügenengel”

Heute präsentiere ich ein Buch, das ich schon vor vielen Jahren gelesen und rezensiert habe. Da ich diese Rezension niemandem vorenthalten will, habe ich sie aktualisiert und jetzt online gestellt.

Allgemein

Lügenengel ist ein Roman von Ulrike Bliefert und erschien in der Erstauflage 2007. Ich habe das Buch in der 6. Auflage, die 2009 herausgekommen ist, gelesen.

Klapptext

Leonie liebt es, mit ihrer besten Freundin Maike bouldern – klettern – zu gehen. Gemeinsam verbringen sie in einem Berliner Club jede freue Minute mit ihrem Hobby. Bis sich eines Tages die geheimnisvolle Sonja, die Babysitterin von Leonies kleinem Bruder, zwischen die Freundinnen stellt. Noch ahnt Leonie nicht, wer die Babysitterin wirklich ist. Doch dann gerät ihre Familie in große Gefahr…

Inhalt

Lügenengel handelt von der Jugendlichen Leonie, die zusammen mit ihrer Familie und Freundin Maike einen Urlaub in den Bergen machen. Dort angekommen, stellen sie fest, dass der Babysitter für Leonies kleinen Bruder Nicky nicht mehr da ist. Stattdessen erscheint wie aus dem Nichts eine Frau namens Sonja, die es sich als neue Babysitterin vorstellt. Der Urlaub verläuft wie geplant, bis plötzlich Leonies Mutter stirbt. Es scheint ein Unfall gewesen zu sein, doch Leonie zweifelt daran. Zuhause hat ihr Vater kaum Zeit für Nicky, weshalb Sonja als Babysitterin zu der Familie zieht. Im Laufe der Zeit gerät Leonies Welt immer weiter auseinander. Erst zerbricht ihre Freundschaft zu Maike, dann sorgt Sonja dafür, dass Leonie glaubt, ihr Vater habe eine Affäre mit ihr. In Wahrheit hat Sonja nur ein Ziel: Sie will mit Nicky abhauen, da sie, seit ihr eigener Sohn gestorben ist, an einer Krankheit leidet und in Nicky ihren Sohn sieht. Doch Leonie und ihr Vater können dies in letzter Sekunde verhindern und auch Maike wird wieder ihre beste Freundin. Nebenbei entwickelt sich zwischen Leonie und ihrem Urlaubsflirt eine ernsthafte Beziehung.

Was es sonst zu sagen gibt

Geschildert wird die Handlung aus der Sicht eines personalen Erzählers, der auf Leonie fixiert ist – allerdings nicht durchgehend. Hin und wieder springt der Erzähler auf Sonja über, gekennzeichnet dadurch, dass ihr Teil kursiv gedruckt ist. Ich finde diese Erzählart insofern interessant, als dass man noch einmal unmittelbarer Sonjas Aktionen teilnimmt.
Die Autorin schafft es, dass Sonja, die im im gesamten Buch sehr mysteriös und unheimlich erscheint, ein solches Lügennetz aufbaut, dass man bis zum Schluss nicht weiß, was man glauben soll. Der Stil, in dem sie Figuren wirkt sehr an alltägliche Redegewohnheiten angepasst, sodass man durchaus auch auf das auf ein oder andere derbe Wort stößt.
Der Titel des Romans bezieht sich auf eine Statue, die Leonie und Sonja besuchen. Im Buch heißt es, dass diese Statue der Schutzengel der “untreuen Ehefrauen” war (worin ich allerdings keinen Grund sehe. Niemand im Buch wird als untreu beschrieben). Außerdem wird Sonja von Leonie immer wieder als „Lügenengel“ bezeichnet.

Fazit

Lügenengel erzählt eine durchaus realistische und glaubhafte Geschichte. Neben der Handlung um Sonja werden auf den zweihundert Seiten Probleme und Geschehnisse aus dem Alltag und dem Leben eines Teenagers aufgegriffen. So kommen Streit, Freundschaft und Liebe nicht zu kurz.
Mein Fall war das Buch damals nicht, aber wer gerne Jugendbücher ganz ohne Fantasy liest, darf sich gerne daran versuchen.

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