Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Becky Albertalli: “Simon vs. the Homo Sapiens Agenda”

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda wurde von Becky Albertalli verfasst und ist am 7. April 2015 im Penguin Verlag erschienen. Bisher leider nur in englischer Sprache erhältlich, bietet es 320 Seiten Humor, Spannung und wundervolle Charaktere.
Ich kann direkt vorweg sagen, dass das Buch sehr einfach zu verstehen ist und dass man sich ruhig an das Buch trauen kann, auch wenn man nicht so gut Englisch kann! :)

 

Inhalt

Simon und Blue schreiben sich regelmäßig eMails über das Leben, ihre Interessen und vor allem über ihre sexuelle Orientierung. Sie sind nämlich beide homosexuell, hatten aber nie ein Coming Out. Sie gehen beide auf die gleiche Schule, doch das ist alles, was sie übereinander wissen. Sie möchten, dass die eMails trotzdem anonym bleiben.
Das Buch beginnt, als Simon von Martin darauf angesprochen wird, dass Simon vergessen habe, sich in der Schulbibliothek auszuloggen. Martin hat seine eMails gelesen und droht Simon nun damit, Screenshots der eMails auf tumblr hochzuladen, wo die ganze Schule es sehen kann, wenn Simon Martin nicht hilft, an dessen beste Freundin Abby ranzukommen.
So bewegt sich Simon konstant zwischen der Frage nach seiner sexuellen Orientierung, der Frage, ob er Martin wirklich helfen soll und der Frage, wer Blue ist.
Auch wenn er zunächst anonym bleiben wollte, so interessiert ihn bald doch, mit wem er eigentlich schreibt. Wer ist der Mensch, der ihn ständig zum Lachen bringt, die gleichen Dinge denkt und ihn als Einziger voll zu verstehen scheint?

Zitat aus Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Zitat aus Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Das Buch ist so aufgebaut, dass sich fast immer ein Kapitel mit eMails zwischen Simon und Blue und ein Kapitel aus Simons Leben abwechseln. Martins Drohung bildet sie Rahmenhandlung, ist aber viel harmloser, als es erst klingt. Die Drohung treibt zwar die Handlung voran, ist aber nicht deren Hauptbestandteil. Wie in vielen Young Adult Romanen, gibt es auch in diesem Roman nicht viel Action. Dafür aber umso mehr Humor, Gefühle und Zwischenmenschlichkeit.
Die eMails zwischen Simon und Blue lesen sich wunderschön. Ständig muss man lachen oder die ein oder andere Träne vertreiben. Sie sind so realistisch, authentisch und tiefgründig.
Auch die Handlung zwischen den eMails ist sehr spannend. Zum einen erfährt der Leser viel über Simons Leben, seine Familie und seine Freunde. Diese Personen unternehmen viel zusammen, was den Leser sehr mitreißt. Zudem spekuliert Simon natürlich darüber, wer Blue sein könnte und schaut sich in der Schule um, wer in Frage kommt.
Wie Simon rätselt natürlich auch der Leser mit. Und obwohl ich wusste, dass es Tipps darauf gibt, wer es ist, und obwohl ich sehr stark darauf geachtet habe, wusste ich am Ende nicht, dass es dieser Charakter ist. Sobald man weiß, wer es ist, erscheint es sehr logisch, davor jedoch bin ich nicht darauf gekommen. Super gemacht also!
Insgesamt ist die Geschichte wirklich schön, tiefgründig und herzerwärmend. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass etwas unangebracht oder unauthentisch ist. Der Roman ist kontant spannend, ich konnte das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen und habe es an einem Tag komplett durchgelesen!

 

Charaktere

Die Charaktere sind wohl die größte Stärke an dem Buch! Besonders die Hauptcharaktere sind wirklich gut und liebevoll gemacht. Sie interagieren auf eine sehr authentische und verständliche Weise miteinander und haben richtig Tiefgang. Schon zu Anfang gewinnt man sie sehr lieb und fiebert mit ihnen mit.
Zwar sind nicht alle Charaktere so tief, aber auf die Hauptcharaktere kommt es ja an. Die Nebencharaktere kommen auch gar nicht oft genug vor, um wirklich Charakter zu zeigen.

 

Schreibstil

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda ist in der ersten Person aus Simons Sicht geschrieben. Dadurch kann der Leser Simons Gefühlswelt voll erforschen. Die Autorin hat hier wirklich eine Glanzleistung vollbracht! Simon hat seine ganz eigene Stimme. Die Art, wie er erzählt, wie er sich verhält, seine Interessen, sie alle machen ihn zu einem runden und glaubwürdigen Charakter.
Der Roman ist sehr humorvoll und gefühlvoll geschrieben. Man kann nicht anders, als voll in die Geschichte einzutauchen. Durch den jugendlichen Sprachstil wirkt alles sehr authentisch und ist zudem auch einfach zu lesen und zu verstehen (auch auf Englisch).

 

Fazit

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda ist ein wirklich toller, herzerwärmender und unterhaltsamer Roman. Die Charaktere sind authentisch, tiefgründig und liebenswert, der Plot ist konstant spannend, lustig und gefühlvoll und der Schreibstil ist humorvoll und sprüht vor jugendlichem Charme. Der Leser bekommt die Möglichkeit Simon in seinem Leben und auf seinem Weg zum Coming Out zu begleiten und dabei Blue kennenzulernen. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen! Auch wenn es noch nicht auf Deutsch verfügbar ist, sollte jeder dem Buch eine Chance geben, denn es ist einfach zu verstehen und eine unterhaltsame und schnelle Leseerfahrung!
(Es ist sogar so gut: Ich hatte es mir auf dem Kindle gekauft und habe es so geliebt, dass ich es mir auch noch als “richtiges” Buch gekauft habe!)

 

Ein paar schöne Zitate als Vorgeschmack ;)

“It is definitely annoying that straight (and white, for that matter) is the default, and that the only people who have to think about their identity are the ones who don’t fit that mold. Straight people really should have to come out, and the more awkward it is, the better. Awkwardness should be a requirement.”

“But I’m tired of coming out. All I ever do is come out. I try not to change, but I keep changing, in all these tiny ways. I get a girlfriend. I have a beer. And every freaking time, I have to reintroduce myself to the universe all over again.”

“People really are like house with vast rooms and tiny windows. And maybe it’s a good thing, the way we never stop surprising each other.”

“What’s a dementor?”
I mean, I can’t even. “Nora, you are no longer my sister.”
“So it’s some Harry Potter thing,” she says.

“Leah’s also into slash fanfiction, which got me curious enough to poke around the internet and find some last summer. I couldn’t believe how much there was to choose from: Harry Potter and Draco Malfoy hooking up in thousands of ways in every broom closet at Hogwarts. I found the ones with decent grammar and stayed up reading all night. It was a weird couple of weeks. That was the summer I taught myself how to do laundry. There are some socks that shouldn’t be washed by your mom.”

“I have a sneaking suspicion you’re not 100% committed to your Oreo diet. The guidelines are really pretty basic. No excuses. Breakfast is obviously an Oreo granola bar or Oreo Pop-Tart. No, they’re not gross. Shut up. They’re amazing. Lunch should be Oreo pizza with an Oreo milkshake and a couple of those Oreo truffles my mom makes (a.k.a. the most delicious freaking things in the universe). Dinner is deep-fried Oreos served on top of Oreo ice cream, and for a drink, it’s Oreos dissolved in milk. No water. Only Oreo milk. Dessert can be Oreos straight up. Sound reasonable? It’s for your health, Blue.”

Und was denkst du dazu?