Schlägerei wegen Käsebrötchen oder: Was Alkohol aus dir machen kann

Wir sind ja immer bemüht, in der heutigen Zeit, in der Jugendliche allgemein in einen Topf geworfen werden, auf dem das Schild “Trunksüchtig, handyabhängig und desinteressiert an Kultur” thront, diese Vorurteile auszumerzen, indem wir wieder und wieder darauf hinweisen, dass sicher erschreckend viele, aber nicht alle Heranwachsenden dieser Generation öfter mit der einen Hand zur Flasche und mit der anderen zum Handy, als zu einem Buch zu greifen. Allein diese Website sollte schon als Beweis dafür stehen. Aber manchmal – da geht das einfach nicht mehr. Dann resigniert man und verliert seine guten Hoffnungen, wenn man erfährt, dass Dreizehnjährige ihren Promillewert auf exorbitante 4,3% treiben oder Artikel wie den folgenden liest, bei dem wieder einmal gilt: Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber lachen.

In der Onlineausgabe der Allgemeinen Zeitung Mainz erschien im Oktober 2013 ein Artikel, der von einer Schlägerei zwischen Jugendlichen berichtet – aufgrund eines Käsebrötchens.

In diesem wird berichtet, dass sich drei 19-jährige Mädchen aus Mainz vor Gericht verantworten mussten, weil sie eine gleichaltrige Frau zu Boden traten. Das Verhalten der Jugendlichen wurde sogar als “reifeverzögert” beschrieben, als “im Kopf noch längst nicht im Erwachsenenalter angekommen”.

“Eine von ihnen sagte aus, sie sei von anderen getreten worden, die Zweite will gar nichts gesehen haben, und die Dritte schließlich konnte sich an nichts erinnern. Immerhin hatte der Atemalkoholtest bei allen Beteiligten Werte von 1,8 bis 2,3 Promille ergeben.”

So wirr, wie diese Aussagen sind, so trivial erscheint auch der Grund für die Schlägerei. Im offenkundig alkoholisierten Zustand machten sich die Jugendlichen über das Käsebrötchens einer ehemaligen Mitschülerin lustig, daraufhin schüttete deren Freund sein Bier über einer der Jugendlichen, bis es zur Eskalation des Streits kommt.

Die Beschuldigten selbst fanden wohl  “alles äußerst komisch” und konnten “über ihre hohen Promillewerte herzhaft lachen”. Zum Schluss heißt es, dass ihre Tat in eine Zeit gefallen ist, “in der sie dem Alkohol verstärkt zugesprochen hätten”.

Man kann nur erneut darauf hinweisen, welchen Einfluss Alkohol auf den Menschen hat und wie oft dessen Wirkung unterschätzt wird.

Quelle und vollständiger Artikel: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/13535355.htm, abgerufen am 17.10.13 (17:38)

 

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