Es geht weiter! – Mein erstes Mastersemester

Während uns die Sonne die Häupter verbrennt, ja sie seit Juni gefühlt nicht mehr aufgehört hat zu scheinen, ist mein erstes Master(fach-)semester zu Ende gegangen.

Was war neu? Was was anders? Eigentlich hatte ich nicht allzu viele Umstellungen erwartet und so kam es auch – natürlich, die Uni bleibt gleich, die Dozenten, teilweise auch die Veranstaltungen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten teilt man sich insbesondere die literaturwissenschaftlichen Veranstaltungen mit Bachelorstudierenden. Die Vorlesungen werden ja ohnehin schon nicht besucht, warum dann extra eine Master-Vorlesung anbieten? Erstaunlicherweise waren in meiner Goethe-Vorlesung (ja, irgendwie lande ich immer dort) konstant 10/100 Leute! Wobei das definitiv am Dozenten lag. Wer ihn kennt, weiß, dass er von einem Butterbrot erzählen könnte und alle gebannt zuhören würden. Wirklich spannend oder wunderbar grafisch aufbereitet war die Vorlesung nämlich nicht.

Auch die Uni verändert sich

Auch die Uni verändert sich

Außer mir habe ich sonst niemanden getroffen, der auch jetzt mit dem Master angefangen hat – es hat mich aber doch beruhigt, in den Veranstaltungen ein paar Masterstudierende zu treffen. Meine Vorstellung, dass das Niveau im Master steigt, hat sich nicht bestätigt – in mehrfacher Hinsicht. Zum einen tummeln sich im Master immer noch demotivierte Leute, denen selbst ein Gruppenreferat zu anstrengend ist. Zum anderen wird von uns nicht erwartet, irgendwelche komplexen Sachverhalte zu analysieren. Auch in reinen Masterseminaren gibt es Kurse, die ausschließlich aus Referaten bestehen, worin ich persönlich allerdings keinerlei Mehrgewinn erkennen kann. Man merkt aber, dass nicht mehr alles wie selbstverständlich bereit gestellt wird. Texte müssen in den meisten Fällen eigenständig herausgesucht und kopiert werden, Grundkenntnisse werden vorausgesetzt, und wenn man diese nicht vorweisen kann, muss man selbst damit zurecht kommen. Die Kurse sind übrigens keineswegs ausgesucht; mein Projektseminar in älterer Literatur war mit fünf Teilnehmerinnen noch eine echte Ausnahme. 20-30 Leute in einem Kurs (zumindest zu Beginn) sind durchaus keine Seltenheit.

... wenn auch nicht immer zum Guten

… wenn auch nicht immer zum Guten

Inhaltlich gibt es im Master viel Auswahl bei den Kursen und so wählte ich das, was mir am besten gefiel, besuchte auch eine Übung freiwillig obendrauf (in dem am Ende traurigerweise 3-4 Leute saßen, darunter 2-3 freiwillig; mal davon abgesehen, dass ich dort gleich zwei Kurzreferate gehalten habe) und probierte mich wieder in den Tutorien aus. Insgesamt war es doch recht viel Arbeit, die jetzt erst richtig losgeht: Neben den obligatorischen Hausarbeiten begleitet mich ein Projektseminar zum Dichter Frauenlob, das in einer Ausstellung enden soll, bis Ende November.

Theaterwissenschaft habe ich übrigens zu keinem Zeitpunkt vermisst, gleichwohl mir das Wissen in einigen Momente doch geholfen hat.

Auch wenn die zwölf Wochen schnell vorbeigingen, scheint gerade in der letzten Zeit einigen die Hitze zu Kopf gestiegen zu sein. Als das Seminar, das sich mit verbaler Aggression beschäftigte, am Ende in eben solche ausgeartet ist und eine Kommilitonin nach einem Referat gekränkt nach draußen stürmte, wusste ich, das Semester neigt sich dem Ende entgegen.

Mit dem, was mich ab Oktober erwartet, habe ich mich bisher noch nicht so richtig auseinandergesetzt. Aber ich freue mich schon darauf. Der Master bietet all das (abzüglich Sprachwissenschaft), was mir im Bachelor Kernfach gefehlt hat: Der Modulplan schreibt nicht nur eine Übung, nicht nur eine Vorlesung vor, sondern mehrere. Statt Seminaren mit komischen Kürzeln (so ein bisschen habe ich sie doch liebgewonnen; sowas gibts hier nur in Germanistik :D) wie REPN, SGAL oder SFAL, die sich vom Schwierigkeitsgrad her absolut nicht unterscheiden, von denn man aber nur eins besuchen darf, gibt es nur noch Hauptseminare (HADL/HNDL), aus denen man sich seinen Favoriten aussuchen kann. Von daher bin ich zuversichtlich, auch im Winter wieder ein gutes Programm für mich zusammenzustellen.

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