Jakobushaus

Kiswahili-Sprachkurs in Goslar – spaßig, aber anstrengend…

Damit wir nicht ganz unwissend und hilflos nach Tansania kommen, hat vom 01. Juli bis zum 17. Juli ein Sprachkurs in Goslar stattgefunden.

 

Unterkunft

Wir waren im Jakobushaus, eine wunderschöne Jugendstilvilla (s. Post-Bild). Wir hatten immer zu zweit ein Zimmer (bis auf zwei Mädchen, denn es gab nicht genug Doppelzimmer), das sehr schön eingerichtet war. Ich war zusammen mit Nadja im Haus selbst, während die meisten anderen in einem Außengebäude waren. Dort waren zwar die Bäder kleiner, dafür sahen dort die Zimmer aber noch schöner aus. Alles war stilvoll mit zusammenpassenden Möbeln aus grauem Holz eingerichtet. Die Betten waren echt gemütlich und es gab sogar richtige Bettwäsche mit großen Kissen! In beiden Häusern waren die Bäder echt luxuriös und neu. Das war sogar schöner als das Bad bei mir zu Hause. :D
Das Essen war auch echt super. Es gab ein Frühstücksbuffet, ein reichhaltiges, sehr leckeres Mittagessen mit Salatbuffet und Nachtisch und abends gab es Brot und oft nochmal etwas Warmes, für die, die wollten. Die Köche haben immer alles liebevoll angerichtet und an die Tische gebracht. Beim Abendessen mussten wir Englisch sprechen, um uns daran zu gewöhnen, dass wir aus Höflichkeit auch in Tansania Englisch miteinander sprechen müssen.

 

Die Gruppe

unsere Gruppe auf der Kirmes

unsere Gruppe auf der Kirmes

Als ich erfahren habe, dass ich mit Nadja auf dem Zimmer bin, wusste ich ehrlich gesagt erst einmal gar nicht, wer das ist (und sie auch nicht). :D Aber jetzt bin ich echt froh, dass wir zusammen waren, denn wir haben uns super verstanden! Wir waren beide Vegetarier (was für Tansania nicht mehr sein dürfen), sind Öko-Fritten und ziemlich links und konnten uns so immer prima über alles mögliche unterhalten und diskutieren. Obwohl wir beide auch froh sind, alleine in eine Einsatzstelle zu kommen, da man so “unabhängiger” ist und mehr Zeit für sich hat, sind wir sicher, dass wir zusammen in einer Einsatzstelle super klar gekommen wären. ^^
Ein paar Wochen später, als ich meine Schwester in München besucht habe, haben wir uns sogar nochmal getroffen.

Es war wirklich schön mit der Gruppe. Wir passen so gut zusammen und ich habe das Gefühl, dass jeder jeden mag. Natürlich kann man nicht mit allen “best friends” sein, aber auf jeden Fall haben wir uns alle gegenseitig ganz lieb gewonnen, wie in der abschließenden Runde, in der jeder nochmal etwas zum Sprachkurs und unserer gemeinsamen Zeit sagen durfte, deutlich wurde. Wir haben uns alle pudelwohl miteinander gefühlt und konnten so die vielen Vokabeln, die wir pro Tag lernen mussten, gut überstehen. Abends oder in der Mittagspause haben wir oft draußen gesessen und zusammen gespielt, Hausaufgaben gemacht und gelernt. Manchmal hat der “geile Gerrit” auch sein Saxophon ausgepackt und zusammen mit Malte oder Lena an der Gitarre ein Ständchen gebracht. An einem Abend sind wir alle zusammen auf eine Kirmes gegangen und sind in einem wirklich nervenaufreibendes Achterbahn-Gefährt auf der Kirmes gefahren.
Ich freue mich schon auf weitere gemeinsame Stunden!

 

Sprache und Unterricht

Tabelle der Substantive und der Prä- und Infixe (später auch viel mehr)

Tabelle der Substantive und der Prä- und Infixe (wurden später noch mehr)

Unser Stundenplan war meist wie folgt: Montag bis Samstag hatten wir um 07:15 Uhr Frühstück, um 08:30 Uhr Andacht und um 09:00 Uhr bis 12:30 Uhr die erste Spracheinheit. Dann gab es Mittagessen, anschließend war Mittagspause. 15:00 Uhr bis 18:30 Uhr war die zweite Spracheinheit, darauf hin gab es Abendessen. Abends hatten wir manchmal noch Programm (Spiritualität in Tansania, Gesundheit etc.) und mussten Hausaufgaben machen und Vokabeln lernen. Viel Freizeit hatten wir also nicht, sondern wirklich viel zu lernen! Einen Sonntag hatten wir komplett frei, am anderen hatten wir abends noch eine Einheit über den Katholizismus in Tansania.

Kiswahili ist echt eine nette Sprache! Die Sprache aus König der Löwen, du so eine bessere Vorstellung davon hast. Hakuna matata! Es gibt keine Probleme! Ha ist die Verneinung, ku ist ein Subjekt, na heißt “haben” (= es hat nicht) und matata heißt “Angelegenheiten, Probleme”.
Grundsätzlich ist kiswahili eine sehr logische Sprache und hat wenige Ausnahmen, erinnert mich deswegen aber vom Lernaufwand her stark an Latein… Die Verben werden vorne verändert, nicht hinten und für Subjekte, Objekte, Zeiten, Passiv und Relativsätze gibt es Prä- und Infixe. So heißt zum Beispiel ninapenda “ich mag”. Ni (ich) – na (Präsens) – penda (mag). Tu (du) – li (Präteritum) – m (ihn) – penda heißt “du mochtest ihn”.
Alle Substantive sind verschiedenen Klassen zugeordnet, wovon es sieben gibt und jede Klasse hat ihre eigenen Prä- und Infixe im Singular und im Plural… Viel zu lernen, wie man jetzt vielleicht versteht. ^^
Wir haben also die 17 Tage zugebracht, möglichst viele Vokabeln und grammatikalischen Strukturen in unser Hirn zu prügeln. Am Anfang war es wirklich okay, finde ich. Es war nicht so, dass ich maßlos überfordert war. Aber am Ende war ich doch schon ziemlich erschöpft von den ganzen Informationen.
Wenigstens hatten wir schöne Lieder, mit denen wir uns die Grammatik gemerkt haben. :D Diese Lieder waren in unserem Kurs sehr populär.
Unterrichtet hat uns vor allem Ute, die eine Sprachlehrerin ist und zusammen mit ihrem Mann eine lange Zeit in Tansania gelebt hat. Ihr Mann, sowie zwei Tansanier, die sehr nett waren, haben ihr geholfen, sodass wir in der zweiten Hälfte einer Einheit in Kleingruppen arbeiten konnten. Ute hat gesagt, dass wir bisher der beste Kurs waren. :D
Auch Brigitte und Barbara scheinen ganz begeistert von unserer Gruppe zu sein. Aber vielleicht sagen sie zu das auch zu jeder Gruppe. ^^

Abschließend kann ich sagen, dass der Sprachkurs echt toll war. Die Unterkunft, das Essen, die Menschen, die Lehrer – alles war super. Zwar war die ganze Lernerei anstrengend, aber dann sind wir in Tansania wenigstens nichts ganz ahnungslos. Auch wenn ich mir nichts vormache und weiß, dass ich am Anfang trotzdem kein Wort verstehen werden…

 

Kleine Einheit kiswahili zum Mitnehmen

Wie geht es dir? – Mir geht es gut. = Hujambo? – Sijambo.

Anrede einer Respektsperson = Shikamoo!

Guten Tag! = Marahaba!

Wie geht’s (in der Schule/Familie/Kindern/…)? (Welche Nachrichten gibt es über…?) = Habari gani?/Habari za shule/familia/watoto/…?

Auf Wiedersehen! – Kwa heri!

Willkommen! = Karibu! (Sg.) / Karibuni! (Pl.)

Danke (sehr)! = Asante (sana)!

Entschuldigung. = Samahani!

Du tust mir leid! = Pole!

Schlaf gut! = Lala salama!

Gott sei mit dir! = Mungu akubariki!

Deutschland = Ujerumani

Darf ich eintreten? = Hodi.

Papa, Mama, Bruder, Schwester = baba, mama, kaka, dada

 

Noch ein paar Bilder

Klicke auf die Bilder, um sie in größer und mehr Farbe zu sehen. :)

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