Die Bachelorarbeit – Es ist geschafft!

Mit dem gestrigen Tage ist es vollbracht: Meine Bachelorarbeit ist abgegeben! Seit Mitte Oktober offiziell, seit August gedanklich und bald darauf auch in schriftlicher Form war sie mein täglicher Begleiter.
Für alle, die selbst irgendwann einmal vor dieser Arbeit stehen oder daran interessiert sind, wie ich damit umgegangen bin, folgt nun ein kleiner Bericht über diese Zeit.

Erste Annäherungsversuche

Die Bachelorarbeit ist die große Abschlussarbeit der geisteswissenschaftlichen Studiengänge. Allein das hat mir immer viel Respekt abgenötigt, vielleicht hat es mir auch ein klein wenig Angst gemacht – nicht zuletzt deswegen, weil eine Freundin von mir schon seit dem dritten Semester genau wusste, worüber sie schreiben wollte. Ich hingegen habe zwar viele Themengebiete, die mich interessieren, aber das entsprechende Thema muss eng begrenzt und natürlich auch von den Prüfern abgenickt werden.
Schon zu Beginn des vorherigen Semesters sammelte ich daher erste grobe Ideen und besuchte sogar probeweise Vorlesungen, um abzuwägen, ob der jeweilige Dozent als Prüfer in Frage kommt. Im Endeffekt ist es keiner der beiden geworden, die ich ins Auge gefasst hatte, was im Nachhinein aus verschiedenen Gründen auch gut so war. Immerhin habe ich aus den jeweiligen Vorlesungen interessante Dinge mitgenommen.

Als dann endlich mein Thema und die beiden Prüfer feststanden, was viel einfacher vonstatten ging, als ich dachte, fing ich sofort mit der Vorbereitung an. Recherchieren, Ausleihen, Ausdrucken, Strukturieren waren von dort an meine täglichen Aufgaben. Bewusst hatte ich mir als Beginn der Bearbeitungsphase die Restferien bzw. den Anfang des Semesters ausgesucht, um möglichst nur an der Arbeit feilen zu können. Anfangs hatte ich von meinem Thema nicht wirklich viel Ahnung – sobald ich mich aber in die grundlegenden Theorien eingelesen hatte, kam mir nach und nach eine sinnvolle Vorgehensweise und ich entwickelte meine Struktur, die sich im Laufe des Prozesses noch konkretisiert hat.

Planung, Recherche, Schreiben

An sich kann man keine allgemeingültigen Tipps für das Planen und Schreiben einer Abschlussarbeit geben – das ist ja beim kreativen Schreiben nicht anders. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich nicht in der Bibliothek arbeiten kann. Mich stört es schon, wenn ich mit einem Buch arbeiten muss, in dem ich nichts markieren kann, weshalb ich von allem Kopien anfertige. Andere dagegen können nur in der Uni arbeiten. Genauso gibt es verschiedene Schreibtypen. Manche planen lieber so weit wie möglich im Voraus (so wie ich), andere schreiben einfach und schauen, was ihnen zwischendurch noch einfällt. Letztlich muss also jeder selbst herausfinden, wie, wo und unter welchen Umständen er am besten arbeiten kann.

Insgesamt habe ich ungefähr zwei volle Wochen recherchiert (abzüglich der Tage, an denen ich nichts für die Arbeit gemacht habe). Glücklicherweise waren zumindest die wichtigsten Bücher alle in den Bibliotheken vorzufinden. Auch das ist ja leider nicht immer gegeben. Sogar mit der Fernleihe der Bibliothek habe ich Bekanntschaft geschlossen, wenngleich ich es nicht gebraucht hätte, wie ich im Nachhinein feststellte. In der Hochphase hatte ich etwa zwanzig Bücher gleichzeitig ausgeliehen und saß zwischen Stapeln von Kopien (50 verschiedene Texte waren es bestimmt). Nicht alle davon habe ich tatsächlich auch gebraucht; viele wurden schon nach der Lektüre der ersten Seiten aussortiert. Mir war es aber wichtig, erst sämtliche Literatur bei mir zu haben, bevor ich mit dem Erarbeiten beginne. Auch während des Schreibprozesses kam noch Literatur dazu, das Gros war jedoch vorher schon vorhanden.

Ich bin in etwa so vorgegangen, dass ich die Literatur zu einem meiner geplanten Kapitel gelesen, mir Notizen gemacht und diese zusammen mit meinen eigenen Gedanken/Analysen nach und nach ausformuliert habe. Auf diese Weise habe ich alle Kapitel nacheinander bearbeitet. Dass ich ein sehr chronologischer Mensch bin, schlug sich also auch hier nieder. Dabei habe ich mir pro Tag ein ungefähres Pensum gesetzt, wobei ich an manchen Tagen auch nichts gemacht habe.
Innerhalb von etwa fünf Wochen stand dann die Rohfassung, der sich eine längere Kürzungs- und Korrekturphase angeschlossen hat.

Fazit

Wie eingangs erwähnt, hatte ich viel Respekt vor der Bachelorarbeit. Immerhin erlangt man mit ihr den ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Aber letztlich ist es “nur” eine längere Hausarbeit. Wenn man mal eine normale Hausarbeit mit 15 Seiten geschrieben hat, schafft man auch 25 mit einem entsprechend größeren Thema, habe ich mir irgendwann gesagt.
Natürlich ist die ganze Erarbeitung eine persönliche Sache. Mir hat der Prozess viel Freude bereitet; ich mag es, zu recherchieren, Texte zu lesen, zu analysieren und all das auszuformulieren. Das geht beileibe nicht allen so. Und: Ich kann nicht unter Druck arbeiten. Das wiederum mag andere erst anspornen, aber der Gedanke, innerhalb von neun Wochen etwas zu produzieren und an Tag 1 bei null anzufangen, verleitet mich eher dazu, verrückt zu werden als produktiv.
Man sollte die Sache natürlich nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber sich auch nicht von der großen Bachelorarbeit inkl. bürokratischem Kram abschrecken lassen. Wenn man rechtzeitig anfängt und es sich so einrichtet, dass man in Ruhe arbeiten kann, ist es vom Pensum her durchaus schaffbar! :)

Und was denkst du dazu?